Verlagssuche: Tipps für Autoren und Autorinnen von Businessbüchern

Wie finde ich einen Verlag für mein Buch?“ Das ist eine der häufigsten Fragen, die mir auf Veranstaltungen oder in Beratungen gestellt werden. Gerade wenn es um das erste Buch geht, kann die Verlagssuche für Autoren und Autorinnen lang und mühsam sein und viele Absagen mit sich bringen. Eine Garantie auf einen Verlagsvertrag gibt es nicht, aber mit einem systematischen Vorgehen bei der Suche kannst du deine Chancen deutlich verbessern. Lies dazu meine Tipps zur Verlagssuche für Autoren und Autorinnen.

1. Schritt: Verlage suchen, die sich für dein Buch interessieren könnten

Erst einmal eine Warnung vorweg: Wenn ein Verlag von dir Geld haben will, damit er dein Buch veröffentlicht, handelt es sich in der Regel um einen Druckkostenzuschussverlag. Um diese Pseudoverlage solltest du einen großen Bogen machen. Auch wenn im Internet immer wieder einmal Gegenteiliges behauptet wird: Herkömmliche Verlage nehmen kein Geld von dir, um dein Buch herauszugeben. Im Gegenteil, als Autor und Autorin solltest du Tantieme für jedes verkaufte Exemplar deines Buchs erhalten. Und gelegentlich ist sogar ein kleiner Vorschuss drin. Geld sollte nur in eine Richtung fließen: vom Verlag auf dein Konto. Nicht umgekehrt!

Dein Buch muss in das Verlagsprogramm passen

Es soll noch immer Autorinnen und Autoren geben, die ihr Manuskript wahllos an alle möglichen Verlage schicken. Das ist kein besonders erfolgversprechender Weg. Jeder Verlag hat ein eigenes Programm mit eigenen Schwerpunkten: spezifische Themen, ausgesuchte Gattungen, bestimmte Genre oder einzelne Zielgruppen. Dein Buchprojekt muss in dieses Programm passen, damit der Verlagslektor oder die Verlagslektorin sich überhaupt damit beschäftigen. Tut es das nicht, bekommst du sehr schnell eine – oft nichtssagende – Absage. Noch bevor du also dein Buchprojekt bei Verlagen vorstellst, unternimm eine gründliche Recherche nach Verlagen, die als Vertragspartner überhaupt infrage kommen.

Eine echte Fleißaufgabe: die Verlagssuche für Autoren und Autorinnen

Vor allem das Internet ist bei der Verlagssuche eine unerschöpfliche Quelle. Auf Wikipedia findest du eine Liste deutschsprachiger Verlage. Recherchemöglichkeiten für kleine, unabhängige Verlage habe ich in diesem Text zusammengestellt: Wie du unabhängige Verlage findest – Übersichten, Listen, Kataloge. In keiner dieser Listen sind übrigens alle Verlage enthalten, dafür gibt es einfach viel zu viele (weit über 20.000 im deutschsprachigen Raum). Allerdings ist es aus meiner Sicht auch nicht sinnvoll, bei deiner Verlagssuche auf Vollständigkeit zu setzen. Besser ist es, eine Liste mit ca. 10 oder 15 Verlagen zu erstellen, die infrage kommen, und diese dann erst einmal abzuarbeiten. Sonst besteht die große Gefahr, sich zu verzetteln und viel Zeit zu verlieren. Ergänzen kannst du deine Liste später immer noch. Halte aber unbedingt fest, welche Übersichten du schon bis wohin abgearbeitet hast, damit du sie nicht doppelt sichten musst.

Diese Recherche ist im Grunde eine reine Fleißaufgabe. An ihrem Ende hast du eine Liste mit Verlagen vor dir liegen, bei denen dein Buch grundsätzlich gut aufgehoben wäre. Ich empfehle dir, die Ergebnisse in einer Excel-Tabelle oder einem anderen Tabellenkalkulationstool festzuhalten.

2. Schritt: Mach dem Verlag Appetit auf dein Buchprojekt

Im zweiten Schritt geht es darum, deine Ergebnisse zu verfeinern. Was will der Verlag von dir wissen, um dein Buchprojekt beurteilen zu können? Die gefragten Informationen können von Verlag zu Verlag durchaus unterschiedlich sein. Informiere dich und liefere genau die Angaben, die die Lektoren und Lektorinnen im Verlag von dir brauchen, um sich für dein Buch entscheiden zu können.

Wo findest du die Anforderungen?

Notier dir die Informationen zur Manuskripteinreichung, die du auf den Websites der jeweiligen Verlage findest. Nahezu jedes Verlagshaus hat irgendwo auf der eigenen Website einen Link angebracht, hinter dem sich Informationen für Autoren und Autorinnen verbergen. Die Verlinkungen heißen etwa:

  • Informationen für Autoren
  • Manuskripteinreichung
  • Manuskript einsenden

Oder die Informationen zur Manuskripteinreichung verstecken sich auf der Kontakt-Seite.

Was will der Verlag konkret haben?

Studier die Informationen, die die Verlage hier zur Verfügung stehen, gründlich. Sowohl Anschreiben (wenn nötig, siehe unten) als auch Exposé solltest du unbedingt auf den jeweiligen Verlag ausrichten und dabei seine Anforderungen berücksichtigen. Im Normalfall findest du Informationen zu diesen Aspekten:

  • In welcher Form sollen die Unterlagen eingereicht werden? Die meisten Verlagen bevorzugen elektronische Dokumenten als PDFs. Ausdrucke werden meist nicht mehr angenommen, auch bei Datenträgern stehen die Chancen eher schlecht. Ausnahme bestätigen aber die Regel. Allerdings schicken Verlage eingesandte Dokumente nicht zurück. Gib also niemals Originale aus der Hand.
  • Was soll alles im Exposé stehen? Wie lang soll es ungefähr sein?
  • Wie lang soll die Textprobe sein?
  • Sollst du bestimmte Formalia beachten? Gelegentlich findest du Vorgaben für die Schriftgröße, Randbreiten etc.
  • Nimmt der Verlag überhaupt Manuskripte an? Gerade bei sehr kleine Verlagen kann es vorkommen, dass keine neuen Manuskripte akzeptiert werden. Andere Verlage arbeiten ausschließlich mit Agenturen zusammen. Diese Verlagshäuser kannst du dann gleich von deiner Liste streichen.

Dieser Text könnte dich auch interessieren: Exposé oder Konzept – was ist der Unterschied?

An wen schickst du die Unterlagen?

Bei den Informationen steht auch, wohin du die Unterlagen schicken sollst. Meist handelt es sich um eine allgemeine Adresse wie „lektorat@verlagsname.de“. Oft findet sich im Internet die Aufforderung, hier nachzufragen und zu versuchen, die Kontaktdaten der konkreten Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen herauszufinden. Solche Versuche sind aber erfahrungsgemäß vor allem bei großen, bekannten Verlagen erfolglos. Die viel beschäftigten Lektoren und Lektorinnen werden von den Telefonzentralen der Verlage gut abgeschirmt, ihre Telefonnummern und individuelle E-Mail-Adressen wirst du auf diesem Weg also nicht erhalten. Und das ist auch gut so, denn sonst kämen die Kollegen und Kolleginnen gar nicht mehr zum Lektorieren, sondern wären nur noch damit beschäftigt, am Telefon die das kleine Einmaleins der Buchveröffentlichung zu erklären.

Bei kleineren und unbekannten Verlagen hingegen könntest du Glück haben und eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner im Lektorat erreichen. Überhaupt solltest du bei deiner Verlagssuche die kleinen Häuser nicht vernachlässigen. Mehr dazu kannst du hier nachlesen: Kleinverlage – warum sind sie für dich als Businessautor interessant?

In der Regel wirst du dein Buchprojekt aber ohne vorherigen persönlichen Kontakt einreichen. Aber das ist auch nicht schlimm. Das Sichten von Manuskripten, egal ob unaufgefordert eingesandt oder nicht, gehört zu den Standardaufgaben im Lektorat, für die sich jeder Lektor und jede Lektorin Zeit im Kalender freihält. Weit wichtiger als der vorangehender Kontakt ist, dass dein Exposé und deine Textprobe vom ersten Moment an überzeugen, dass deine Unterlagen professionell sind und zeigen, dass du dich mit dem Verlag auseinandergesetzt hast und dass dein geplantes Buch perfekt in sein Programm passt.

Manche Verlage (zum Beispiel der Rowohlt Verlag) wollen die Dokumente auch gar nicht mehr per E-Mail erhalten, sondern bieten Autorinnen und Autoren die Möglichkeit, alles per Upload auf einen Server hochzuladen. Dann entfällt sogar das Anschreiben.

Wie geht es dann weiter?

Viele Verlage teilen dir auf ihren Seiten auch gleich mit, wie es weitergeht, nachdem du deine Dokumente eingereicht hast. Wie lange wird es voraussichtlich dauern, bis der Verlag sich bei dir meldet? Die Mühlen in den Verlagen mahlen langsam, rechne also mit mehreren Wochen bis Monaten, bis du eine Antwort bekommst. Diese Fristen lassen sich meist nicht verkürzen, es sei denn, du willst über ein extrem aktuelles Thema schreiben, dann kann eine kleine Erinnerungsnachricht sinnvoll sein. Nachfragen sind in der Regel nicht sinnvoll, da die zahllosen Einsendungen nicht systematisch erfasst werden. Oft gibt es noch nicht einmal Absagebriefe. Da heißt es dann „Wenn wir uns innerhalb von sechs Monaten nicht melden, haben wir kein Interesse.“ Das klingt hart, ist aber angesichts der Flut an unaufgefordert eingesandten Manuskripten unausweichlich.

Aufwand und Nutzen

All das ist aufwendig und kostet viel Zeit. Aber es lohnt sich, denn durch eine gründliche Recherche erhöhst du deine Chancen auf einen Verlagsvertrag deutlich. Mit den richtigen Informationen erleichterst du es den Lektorinnen und Lektoren in den Verlagen, sich für dein Buch zu entscheiden. Du demonstrierst gleich, dass du dich mit deinen potenziellen Vertragspartnern auseinandergesetzt hast und dass du professionell arbeitest.

Aber wenn du beschließt, dass dir der Aufwand zu groß ist, gibt es noch den Weg über eine Agentur. In diesem Fall lagerst du die gesamte Verlagssuche sowie die Vertragsverhandlungen an einen Agenten oder eine Agentin aus und du profitierst von deren Erfahrung. Allerdings kann die Suche nach einem geeigneten Agenten oder einer Agentin ebenso aufwendig sein wie die Verlagssuche.

Tipps für die Verlagssuche für Autoren
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