Exposé oder Konzept – was ist der Unterschied?

Was ist ein Exposé? Was ein Konzept? Gibt es da Unterschiede, die du als Businessautor oder Businessautorin beachten solltest, wenn du dein Expertenbuch planst? Und wenn ja, wie sehen die aus?

Wer im Internet nach „Exposé“ und „Konzept“ bzw. „Buchkonzept“ sucht, stellt schnell fest, dass die beiden Begriffe häufig synonym verwendet werden: Ein Exposé ist ein Konzept ist ein Exposé … Das stimmt aber gar nicht!

Exposé oder Konzept – die Unterschiede

Ziele, Aufbereitung, Nutzen – auch wenn sich das Exposé und das Konzept für dein Expertenbuch in vielem ähneln, gibt ein einige entscheidende Unterschiede.

Welches Ziel haben Konzept und Exposé?

Der wesentliche Unterschied zwischen einem Exposé und einem Konzept ist das Ziel, das jeweils damit verbunden ist:

  • Mit einem Konzept planst du dein Buch für dich selbst. Du legst fest, was du mit deinem Fachbuch, Sachbuch oder Ratgeber erreichen und wann du mit dem Schreiben fertig sein willst, wie viel Budget dir zur Verfügung steht und welcher Veröffentlichungsweg dir vorschwebt. Du definierst dein eigenes Ziel und die Inhalte, die du unbedingt aufnehmen willst. Du legst die Form fest, wie du deine Inhalte aufbereiten willst, und überlegst dir, in welcher Form du dich von der Konkurrenz abheben kannst. Wie bei jedem anderen Projekt ist das Konzept Planungs- und Entscheidungsgrundlage – und zwar deine eigene!
  • Mit einem Exposé bietest du dein Buchprojekt bei einem Verlag an. Aus deiner Sicht ist das Exposé damit eine Verkaufsunterlage – aus Sicht des Verlags eine Entscheidungsgrundlage. Dein Exposé beruht auf deinem Konzept. Aber viele Informationen aus deinem Konzept haben in einem Exposé nichts zu verloren, etwa dein eigenes Budget oder die Frage, ob du bestimmte Tätigkeiten auslagen willst und kannst.

Ein Konzept, mehrere Exposés

Das Buchkonzept schreibst du in der Regel nur einmal. Während du es erstellst, klärst du für dich, wie dein Expertenbuch im Idealfall aussieht. Wenn du im Selfpublishing oder in Eigenregie veröffentlichst, brauchst du kein Exposé. Dann dient das Konzept dir als Leitfaden dafür, wie du weiter vorgehst. Mit ihm setzt du dann dein Buchprojekt Schritt für Schritt in die Realität um.

Dagegen schreiben die meisten Autoren mehrere Exposés, bevor sie einen Verlagsvertrag ergattern (sofern das überhaupt gelingt). Denn ein Exposé musst du immer auf den jeweiligen Verlag zuschneiden, dem du dein Sachbuch, dein Fachbuch oder deinen Ratgeber anbietest. Zum einen wünschen sich die Verlage unterschiedliche Informationen, bevor sie sich entscheiden. Zum anderen hat jeder Verlag ein individuelles Programm, in das sich dein Buch einpassen muss. Das musst du in deinem Exposé berücksichtigen.

Nutz dein Konzept als Entscheidungsgrundlage

Wenn ein Verlag anhand des Exposés angebissen hat, kommt wieder dein Konzept ins Spiel.

Gleich die Vorstellungen ab

Häufig wird der Verlag Modifikationen vorschlagen. Du willst beispielsweise ein Sachbuch schreiben, aber der Verlag will das Thema lieber als Ratgeber aufbereiten. Oder für dich sind farbige Abbildungen im Buch unerlässlich, dem Verlag ist das aber zu teuer, er will sie deshalb streichen oder schlägt vor, die Abbildungen in Schwarz-Weiß zu setzen. Und so weiter.

Solche Entscheidungen können den Charakter deines Buchs völlig verändern und das Ziel, das du verfolgst, gefährden. Zieh also dein Konzept aus der Schublade und vergleiche: Was willst du mit deinem Fachbuch, Sachbuch oder Ratgeber erreichen? Und was bietet der Verlag dir an? Stell dir die Frage: Kann ich meine Ziele mit diesem Verlag verwirklichen? Will ich mein Expertenbuch in der gewünschten Form schreiben? Oder verzichte ich lieber auf die Veröffentlichung in einem (respektive in diesem) Verlag und suche weiter, bzw. publiziere mein Expertenbuch ganz nach meinen Wünschen im Selfpublishing?

Unterschreib nicht vorschnell

Lass dich nicht von der Aussicht auf einen Verlagsvertrag blenden und unterschreibe nicht vorschnell. Wenn deine Vorstellungen und die des Verlags zu weit auseinanderliegen oder wenn die Konditionen zu schlecht sind, sag ab. Das ist besser, als ein Buch zu veröffentlichen, mit dem du auf Dauer unglücklich bist. Zumal es heute mit dem Selfpublishing oder mit einer Veröffentlichung in Eigenregie attraktive Alternativen gibt.

Übrigens kann man über nahezu alle Punkte in einem Verlagsvertrag verhandeln. Versuch, deine eigenen Vorstellungen durchzusetzen oder zumindest in den Vertrag einzubringen. Und halte die Ergebnisse der Gespräche unbedingt schriftlich, am besten im Vertrag selbst, fest.

Das Exposé ist Vertragsbestandteil

Wenn du dich mit dem Verlag einig wirst, wird dein Exposé bindend. Der Verlag plant deinen Titel so in sein Programm ein, wie du ihn präsentiert hast: inhaltlich, in der Aufbereitung, im Umfang und auch in der Qualität. Lieferst du ihm dann am Abgabetermin ein völlig anderes Buch, ist Ärger vorprogrammiert. Versprich also nichts, was du nicht halten kannst, sonst schadest du dem Verlag, dir selbst und langfristig auch deinem Unternehmen, das du doch eigentlich voranbringen willst.

Du wünschst dir Unterstützung bei deinem Konzept oder deinem Exposé? Ich berate dich gern.

Abbildung: refat – shutterstock

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