Mindmaps für dein Expertenbuch anlegen

Mindmapping, also das Erstellen von Mindmaps oder sogenannten Gedankenlandkarten, gehört zu den Brainstorming-Methoden, mit denen sich Ideen besonders gut herausarbeiten lassen. Aber Mindmaps können noch weit mehr. Nutze diese Methode aus der Schreibberatung, um Notizen anzulegen, Informationen zusammenzutragen und zu ordnen, Neues zu erfassen und zu lernen und beispielsweise die Gliederung deines Expertenbuchs zu erarbeiten.

Wie du mit Mindmaps deine Gedanken festhältst

Mindmapping ist im Grunde eine einfache Technik, die dennoch einiges an Übung erfordert. Während du eine Mindmap erstellst, löst du in deinem Kopf Assoziationsketten aus. Durch den Prozess betonst du mehr oder weniger automatisch wesentliche Aspekte deines Themas, clusterst Zusammengehörendes und verschaffst dir einen Überblick über dein Thema. Die Methode eignet sich daher besonders gut (aber nicht nur) in der Konzeptionsphase deines Expertenbuchs.

Zeichne deine Mindmaps auf Papier oder am Computer

Der Erfinder der Methode, Tony Buzan, empfiehlt, Mindmaps mit Papier und Stift anzulegen. Der Prozess des Schreibens mit der Hand fördert die Ideenproduktion. Nutze beim Arbeiten auf Papier am besten das DIN-A3-Format und leg deine Mindmap im Querformat an. So gewinnst du mehr Platz und deine Mindmap kann wachsen. Verwende Stifte, mit denen du gut schreiben kannst.

Es gibt mittlerweile aber auch zahlreiche digitale Mindmapping-Tools, mit denen du Mindmaps am Computer zeichnen kannst. Die folgende Mindmap habe ich mit dem Tool XMind8 erstellt.

Mindmap zu einem Expertenbuch-Them

Verwende ein Zentralbild für deine Mindmap

Mindmaps arbeiten mit Assoziationen, also mit Bildern und Begriffen, die eine ganze Flut an Gedanken und Ideen auslösen sollen. Den Startpunkt für deine Assoziation, also den Ausgangspunkt für deine Überlegungen, hältst du mithilfe eines Zentralbilds fest. Jede Mindmap geht demnach von einem Schlüsselbegriff aus, der das Oberthema vorgibt und von dem alle anderen Elemente abzweigen.

Wenn du beispielsweise mithilfe deiner Mindmap die Gliederung für dein Expertenbuch erstellen willst, steht das Thema deines Sachbuchs oder Ratgebers als zentraler Begriff in der Mitte einer Mindmap.

Übrigens ist der Begriff „Zentralbild“ durchaus wörtlich zu nehmen. Nutze eine Abbildung statt oder in Kombination mit einem Wort, um den zentralen Ausgangspunkt darzustellen.

Mindmap bestehen aus Ästen und Zweigen

Gerade zu Beginn des Mindmapping-Prozesses hast du vermutlich viele weitere Begriffe im Kopf, die du mit deinem zentralen Begriff oder Bild verbindest. Zeichne ausgehend vom Zentralbild Äste, die du mit den jeweiligen Assoziationen beschriftest. Die Begriffe und Bilder, die sich auf diesen Ästen finden, lösen erneut Assoziationen aus, die du dann auf weiteren Zweigen festhältst. Deine Mindmap wächst also organisch von der Mitte aus in die Peripherie.

Die Äste und Zweige können je nach Bedeutung der Assoziation, die sie tragen, unterschiedlich dick sein. Bei einer Mindmap für die Gliederung deines Expertenbuchs stehen auf den Ästen also die Themen, die du in deinem Buch aufnehmen willst. Die dickeren Ästen tragen in der Regel Begriffe, die die Hauptkapitel kennzeichnen, und die dünneren Zweigen die Unterkapitel oder Stichpunkte für den Inhalt. So entsteht fast automatisch eine Hierarchie, die du für die Gliederung benötigst. Es kann aber auch ganz anders sein und in deiner Mindmap landen auf den Ästen Begriffe, die weniger wichtig sind. Das ist in Ordnung. Mindmapping ist ein assoziatives Verfahren — und unser Geist denkt nicht automatisch in Hierarchien. Entscheidend ist, dass du alle deine Einfälle festhältst. Sortieren kannst du sie später immer noch.

Hebe wichtige Punkte hervor

Bilder, Farben und Muster kann unser Gehirn besser verarbeiten als reinen Text. Deshalb ist es wichtig, relevante Punkte in deiner Mindmap auf möglichst viele verschiedene Arten zu betonen: Füge Abbildungen, Fotos und Symbole ein, arbeite mit Farben, Schriftgrößen und Schriftarten, setze Begriffe in Großbuchstaben und so weiter.  Allein für das Zentralbild empfiehlt Buzan den Einsatz von mindestens drei Farben. Außerdem solltest du mithilfe von Pfeilen, Klammern und Umrahmungen Begriffe zusammenfassen und Verbindungen schaffen. Alles, was auffällt, können wir uns besser merken. Während wir an unserer Mindmap arbeiten, entstehen über Betonungen auch optisch Strukturen zwischen den einzelnen Punkten. Das Gesamtbild wird klarer.

Beim Erstellen deiner Gliederung können dir solche Elemente helfen, inhaltliche Zusammenhänge besser zu erkennen und Argumentationsketten zu bilden. Mit Pfeilen, Klammern, Umrahmungen etc. schaffst du Verbindungen über Äste und Zweige hinweg. Du kannst auch auf einen Blick erkennen, zu welchen Themen du schon viel Material hast und wo noch Lücken bestehen.

Ein Zweig, ein Wort

Das ist die Regel, die vermutlich am häufigsten Schwierigkeiten macht: Jeder Ast und jeder Zweig soll nur ein Wort tragen. „Jedes einzelne Wort kann Tausende möglicher Assoziationen nach sich ziehen“, so Buzan. „Indem Sie sich auf ein Wort pro Zweig beschränken, gewinnen Sie Assoziationsfreiheit […].“

Diese fehlende Eindeutigkeit hat allerdings auch Nachteile: Es kann geschehen, dass du irgendwann nicht mehr weißt, was du eigentlich meintest, als du diese Schlagwort in deine Mindmap eingetragen hast. Geh hier pragmatisch vor: Setz die Methode so ein, wie sie dir nutzt, und nicht, wie die „reine Lehre“ es fordert.

Mut zur Lücke in deiner Mindmap

Wenn du das Gefühl hast, dass noch Punkte in deiner Mindmap fehlen, du aber im Moment auch keine weiteren Ideen mehr entwickelst, helfen diese Tricks:

  • Zeichne leere Zweige an die Äste, die dir noch unvollständig erscheinen. Unser Gehirn bemüht sich immer, Lücken zu füllen. Leere Zweige können daher neue Assoziationen anstoßen.
  • Schalte ab. Beschäftige dich eine Weile mit etwas anderem und kehre erst dann zu deiner Mindmap zurück. Oft sind in der Zwischenzeit neue Ideen entstanden.
  • Kritzel einfach drauflos. Indem du Kringel und Rahmen malst, stößt du deinen Denkprozess neu an.

Buchtipp: Das Mind-Map Buch. Die beste Methode zur Steigerung Ihres geistigen Potenzials. Tony Buzan, Barry Buzan. mvg Verlag 2020

Abb.: tomwang-depositphotos.com, eigene Darstellung

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