Das Buchformat und seine Bedeutung bei der Wahl des Selfpublishing-Dienstleisters

Das Buchformat spielt bei den meisten Autorinnen und Autoren kaum eine Rolle, wenn es darum geht, einen Selfpublishing-Dienstleister auszuwählen. Sie denken an Kriterien wie Kosten für die ISBN, die Vertragslaufzeit oder die Höhe der Beteiligungen im Vordergrund. Alles wichtig, aber dennoch kann das Buchformat für dein Expertenbuch bei der Wahl zwischen Bod, Epubli, Tredition, Bookmondo und Co. entscheidend sein.

Sonderformate? Über Distributoren nicht möglich

Viele Autoren und Autorinnen haben ein sehr konkretes Bild ihres künftigen Buchs vor Augen. Schön gestaltete Buchseiten mit Grafiken und Feldern zum Ausfüllen, ein Hardcover mit Vorsatzpapier und ein ganz bestimmtes Seitenverhältnis – sprich Buchformat -, weil das so gut zum eigenen Logo passt …

Wie der Druck bei Distributoren läuft

Eine solch genaue Vorstellung des eigenen Buchs ist einerseits toll, weil sie – Stichwort Visualisierung – dabei hilft, während des Schreibens und Publizierens am Ball zu bleiben. Aber oft folgt eine böse Überraschung, wenn die Suche nach einem geeigneten Selfpublishing-Dienstleister beginnt: Das gewünschte Buchformat ist nicht verfügbar.

Und Sonderformate sind nicht möglich, wenn du über Bod, Epubli und den weiteren Selfpublishing-Distributoren veröffentlichen willst. Das ist auch logisch, wenn du dir klarmachst, wie das zugrundeliegende Print-on-Demand-Verfahren funktioniert. Einzelne Exemplare deines Buchs werden stets nur auf Anforderung gedruckt, gebunden und verschickt. Für dieses eine Exemplar kann natürlich nicht extra eine Druckmaschine eingerichtet werden. Vielmehr stellen die Distributoren Standardformate zur Verfügung, auf die dann jeweils einzelne Maschinen eingerichtet werden. Und alle Druckaufträge von Büchern, die in diesem spezifischen Buchformat angelegt sind, laufen auf die entsprechenden Maschinen. Abweichungen sind nicht möglich.

Bei Sonderformaten bleibt nur der Weg über den Drucker

Wenn du dein Buch unbedingt in einem Sonderformat veröffentlichen willst, bleibt damit nur der Weg über einen klassischen Drucker. Dort kannst du dein Buch in deinem Wunschformat drucken lassen. Dabei beauftragst du den Drucker damit, eine kleine Auflage herzustellen. Das kann sich lohnen, wenn du schon vor dem Druck weißt, dass du eine gewisse Anzahl deines Buchs sicher vertreiben wirst, etwa weil du sie bei Seminaren verteilen oder an Kunden und Kundinnen verschenken willst. Kalkuliere aber mit spitzer Feder. Neben den Druckkosten musst du bei dieser Form der Eigenproduktion auch Lager-, Transport- und Versandkosten berücksichtigen.

Viele Buchformate verfügbar

Allerdings lohnt es sich, bei den Formaten einigermaßen flexibel zu bleiben. Die Auswahl beim Print-on-Demand-Verfahren ist groß und reicht vom kleinen DIN-A6-Format bis zu Bildbandgrößen von ca. 30×30 cm. Informiere dich früh, welcher Distributor welche Maße anbietet. So ist beispielsweise das kleinste Format bei Bod 12×19 cm groß. Epublis Mini ist noch eine Nummer kleiner: 10,5×14,8 cm (Stand September 2020).

Außerdem liegt wie so oft der Teufel im Detail: Nicht immer lassen sich alle Bchformate mit allen anderen Ausstattungsmerkmalen kombinieren. So ist ein Hardcover-Einband bei Bod erst ab einer Größe von 17×22 cm möglich.

Entscheide dich frühzeitig für ein Buchformat

Vom gewählten Buchformat hängen viele weitere Aspekte ab. Zögere die Entscheidung daher nicht zu lange hinaus.

  • Satzspiegel und Umfang: Dass die Anzahl der Seiten vom gewählten Buchformat abhängt, ist logisch. Unterschätzt wird aber oft, welch großen Unterschied bereits ein Zentimeter mehr oder weniger ausmacht. Der Satzspiegel, also die tatsächlich für den Inhalt genutzte Fläche auf der Seite, verschiebt sich erheblich und plötzlich passen mehr oder weniger Wörter auf eine Seite. Auch die Auswirkungen auf die Optik des Buchinneren sind groß, möglicherweise müssen Grafiken verschoben oder ganz gestrichen werden, um weiterhin einen ausgewogenen Gesamteindruck zu erzielen.
  • Cover: Dein Cover-Designer oder deine Cover-Designerin muss das genaue Maß des Buchs kennen, um den Umschlag zu entwerfen. Und natürlich spielt die Größe der zur Verfügung stehenden Fläche für die Gestaltung eine entscheidende Rolle.
  • Preis: Spiel bei den verschiedenen Anbietern einmal mit ähnlichen Buchformaten und vergleiche die jeweils anfallenden Druckkosten. Sie sind ein wichtiger Baustein, um den Preis deines Buchs bestimmen zu können.
  • Versandkosten: Als Autor oder Autorin wirst du dein Buch auch verschicken: an Kunden und Kundinnen, die direkt bei dir bestellen, an Rezensenten und Rezensentinnen, an potenzielle Geschäftspartner usw. Für die Kosten, die dabei entstehen, spielt das Format eine entscheidende Rolle. Kontrolliere gewissenhaft, ob das von dir gewählte Buchformat (und die Dicke deines Buchs) auch in Standardumschläge passt. Und informiere dich, welche Versandkosten dann anfallen. Hier hat so mancher Autor und so manche Autorin schon böse Überraschungen erlebt.

Die Distributoren sind übrigens bemüht, die Auswahl an Formaten ständig zu erweitern. Kontrolliere daher die aktuelle Auswahl an Formaten, wenn du mit deinem Expertenbuch in die Publikationsphase kommst.

Schreibe und veröffentliche dein Expertenbuch. Ich berate dich gern zu Konzeption und Planung, begleite dich durch den Schreibprozess und unterstütze dich bei der Veröffentlichung und Vermarktung. Schreibe mir eine Nachricht oder ruf mich an. Ich freue mich, von dir zu hören: +49 40 28800820.

Beste Grüße
Cordula Natusch – deine Expertenbuch-Expertin

Abb.: HappyAprilBoy-shutterstock

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